Willkommen beim Netzwerk Weiterbildung

Wir bieten Informationen und Hilfen für alle Beteiligten bei Fragen der beruflichen und politischen Bildung und Weiterbildung.

Unser Ziel ist die Reflektion und Verbesserung der beruflichen Situation der Weiterbildungsbeschäftigten. Die Grundsätze unserer redaktionellen Arbeit finden sie unter Über uns/Aktuelles.

Aktuelle Nachrichten zur Entwicklung in der Weiterbildung finden sie unter Weiterbildung in Deutschland.



Integrationslehrkräfte besser bezahlen – Bundesregierung muss mehr Mittel bereitstellen

(17.05.2016) Das Innenministerium schlägt Alarm. Massenhaft fehlen ausgebildete Sprachlehrkräfte in den Integrationskursen. Gelinge es nicht bald, genügend Lehrkräfte zu finden, dann würde die frühzeitige Integration von Flüchtlingen in Deutschland massiv erschwert.

Das Ministerium will daher die Kostenpauschale für eine Teilnehmerstunde von gegenwärtig 3,10 Euro auf 4 Euro die Unterrichtsstunde erhöhen. Damit wäre es möglich, die Honorarsätze von gegenwärtig 23 Euro die Unterrichtsstunde auf 35 Euro zu erhöhen. Entgegen früheren Äußerungen der Bundesregierung, nach der Honorarsätze zwischen Bildungsträgern und Dozent_innen frei ausgehandelt und daher durch die Regierung nicht beeinflusst werden könnten, soll das jetzt plötzlich doch möglich sein.

So soll die Honoraruntergrenze von 35 Euro nicht nur bei der Vergabe festgeschrieben werden. Zusätzlich müssten sich die Bildungsträger zur Einhaltung der Honoraruntergrenze verpflichten.
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Lehrkräfte in DaF-Kursen fordern Festanstellung oder 60 Euro Honorar

(09.05.2016) Nach der Einführung der Integrationskurse waren fast alle Dozent_innen auf Honorarverträge angewiesen, wollten sie weiterhin Deutschkurse geben. Weder in der Politik, noch beim zuständigen Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) gab es ernsthafte Bestrebungen, diesen Zustand zu ändern.

Dabei wurde den Lehrkräften viel abverlangt. Sie benötigten ein abgeschlossenes Hochschulstudium und eine Zusatzqualifikation, wenn sie unterrichten wollten. Qualifikationsansprüche, die sonst in keinem Bereich der Weiterbildung abgefordert werden.

Gegen die miserablen Honorare von etwa 20 Euro die Unterrichtsstunde gab es immer wieder Proteste. Bewegt hat sich dabei nicht viel, viele Initiativen verliefen im Sande.

Die Zahl der 2015 nach Deutschland Geflüchteten hat die Lage dramatisch verändert.

Wenn die Politik ernsthaft an einer Integration der Geflüchteten in den Arbeitsmarkt interessiert ist, benötigt sie eine massive Ausweitung der Deutschkurse. Alle bisherigen Anstrengungen zur Integration scheitern bisher an unzureichenden Deutschkenntnissen. Liebgemeinte ehrenamtliche Unterstützung der Geflüchteten wird das Problem nicht lösen.

In dieser Situation steigt der Druck auf die Politik. Viele Lehrkräfte haben sich in örtlichen Initiativen zusammengefunden und ein breites Netzwerk gebildet. Die Medien haben sich des Themas angenommen. Der Deutsche Volkshochschulverband fordert eine deutliche Erhöhung der Teilnehmerentgelte vom BAMF. Die Volkshochschulen sind der größte Anbieter von Deutschkursen. Inzwischen zahlen immer mehr Volkshochschulen den Lehrkräften den gesetzlich zustehenden Urlaub.

Die beteiligten Initiativen sind dabei, eine gemeinsame Strategie zu entwickeln. Die Chance, Gutes Geld für Gute Arbeit durchzusetzen, war noch nie so groß.
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Ende des Aufwärtstrends in der Weiterbildung

(26.04.2016) Ohne Honorarkräfte läuft in der Weiterbildung nicht viel. Das machen die Ergebnisse des neuen Weiterbildungsmonitors aus dem Jahr 2015 deutlich.

Über alle Anbieter gerechnet beträgt der Anteil der Honorarkräfte 68,1 Prozent. Unbefristet sozialversicherungspflichtig Beschäftigte bilden gerade einmal 19,1 Prozent des Personals. Allerdings ist weiterhin nicht ersichtlich,ob die Tätigkeit als Honorardozent_in nebenberuflich oder hauptberuflich ausgeübt wird.

Hinzu kommen die Honorarkräfte, die in der Umfrage als „Ehrenamtliche“ geführt werden. Sie sind besonders häufig bei wirtschaftsnahen Insitutitionen wie Kammern und Berufsverbänden und bei Einrichtungen von Kirchen, Parteien und Verbänden vertreten. Hier bilden sie 23,6 bzw. 31,4 Prozent des Personals ab, über alle Bildungsträger sind es immerhin 10 Prozent. Ob es sich wirklich um echte ehrenamtliche Tätigkeit handelt, lässt sich nicht wirklich sagen.

Die Nachfrage nach Honorarkräften steigt mit einer besseren wirtschaftlichen Lage. Wird eine deutlich bessere wirtschaftliche Lage erwartet, dann wollen 24,4 Prozent der Träger mehr Honorarkräfte beschäftigen. Gleichzeitig sinkt die Nachfrage nach ehrenamtlich tätigen Honorardozent_innen.

Bei Festangestellten dominiert bei einer besseren wirtschaftlichen Lage die Nachfrage nach befristen Jobs.
„Nur bei einer deutlichen Verbesserung der Erwartung liegt die Wahrscheinlichkeit zusätzlicher unbefristeter Anstellung höher als diejenige zusätzlicher befristeter Anstellung. Zudem zeigt sich bei der Rekrutierungswahrscheinlichkeit befristet Angestellter im Unterschied zu den beiden erstgenannten Beschäftigungsformen nur ein leicht positiver Trend, d.h., die Rekrutierung von befristet Angestellten ist von der erwarteten Geschäftsentwicklung offensichtlich vergleichsweise unabhängig.“
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Junge Menschen mit Behinderung: Reha-Verfahren helfen beim Berufseinstieg

(26.04.2016) Die Bundesagentur für Arbeit (BA) fördert derzeit etwa 120.000 junge Menschen mit Behinderungen bei der beruflichen Ersteingliederung. Inzwischen steigen die Teilnehmerzahlen von jungen Menschen mit psychischen Störungen und geistigen Behinderungen deutlich an. Sie machen jeweils etwa ein Fünftel der geförderten Teilnehmer_innen aus. „Ob dies auf die tatsächliche Zunahme psychischer Krankheiten zurückzuführen ist oder aber an einer besseren Erkennung bzw. gestiegenen Akzeptanz liegt, lässt sich anhand der administrativen Daten nicht abschließend beantworten“, so die Autorinnen einer neuen Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung.

Viele haben häufig nur eine Förderschule besucht. „Dementsprechend niedrig ist ihr durchschnittliches Bildungsniveau: Etwa 40 Prozent haben einen Hauptschulabschluss, weitere 44 Prozent keinen oder einen Förderschulabschluss.“ Die betroffenen haben daher häufig nur eine geringe Chance, auf dem ersten Ausbildungsmarkt eine Ausbildungsstelle zu erhalten.

„Bei den 2013 abgeschlossenen Reha-Verfahren, in denen eine Ausbildung durchgeführt wurde, haben knapp 60 Prozent der Ausbildungen integrativ, also in geschützten Ausbildungsstätten wie Berufsbildungswerken oder bei anderen Bildungsträgern stattgefunden.“ 58 Prozent der Teilnehmer_innen mit Lernbehinderungen und 65 Prozent mit psychischen Erkrankungen nahmen an einer außerbetrieblichen Maßnahme teil.

Nach Ansicht der Autorinnen sind solche Ausbildungen für Jugendliche mit geistigen, körperlichen und sozialen Einschränkungen „im derzeitigen System die einzige Möglichkeit bieten, einen beruflichen Abschluss zu erlangen“.
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