Willkommen beim Netzwerk Weiterbildung

Wir bieten Informationen und Hilfen für alle Beteiligten bei Fragen der beruflichen und politischen Bildung und Weiterbildung.

Unser Ziel ist die Reflektion und Verbesserung der beruflichen Situation der Weiterbildungsbeschäftigten. Die Grundsätze unserer redaktionellen Arbeit finden sie unter Über uns/Aktuelles.

Aktuelle Nachrichten zur Entwicklung in der Weiterbildung finden sie unter Weiterbildung in Deutschland.



DaZ-Lehrende wollen raus aus der Armutsfalle

(21.07.2016) Appelle gab es schon zur Genüge. Zahlreiche Petitionen und Positionspapiere haben die bundesweit vernetzten Initiativen bereits geschrieben. Der Erfolg ist überschaubar. Zwar hat das Bundesinnenministerium jetzt als Reaktion auf den Fachkräftemangel eine Erhöhung der Honorare für Lehrende in Integrationskursen auf 35 Euro pro Unterrichtseinheit angekündigt – sicher ein Schritt in die richtige Richtung. Das Problem aber löst das nicht. Selbst bei diesen Sätzen würde eine Lehrkraft ohne soziale Absicherung kaum mehr als 1.500 Euro netto monatlich bekommen.

Wir brauchen eine Tarifinitiative im Bereich der DaZ-Lehrer_innen. Es ist höchste Zeit, auf die eigene Kraft und die gewerkschaftliche Durchsetzungsfähigkeit zu setzen.
mehr...


Musikschullehrer versicherungspflichtig beschäftigt

(11.07.2016) Die Stadt Ahaus muss Sozialversicherungsbeiträge für einen scheinselbstständigen Musiklehrer nachzahlen, der an ihrer Musikschule formal als 'freier Mitarbeiter' eingesetzt wurde. Nachdem er sich an die Deutsche Rentenversicherung gewandt hatte, stellte diese eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung fest.

Um Geld zu sparen, beschloss der Stadtrat, Musikschullehrer so weit wie möglich nur noch als Honorarkräfte einzustellen. Die Verträge liefen über 7 bis 12 Unterrichtstunden in der Woche. Damit wähnte sich der Stadtrat wohl auf der sicheren Seite, was die Sozialversicherungspflicht der Beschäftigten angeht. Wer weniger als 15 Unterrichtstunden gibt, der ist nicht in den Betrieb integriert. Eine Vermutung, die viele Bildungsträger haben. Zu Unrecht, wie das Landessozialgericht NRW jetzt feststellte.

Denn der Musikschullehrer sei bei seiner Arbeit „in erheblichem Umfang vertraglichen Vorgaben unterworfen und insbesondere durch die Rahmenlehrpläne gebunden gewesen“, so das Landessozialgericht. Hinsichtlich des Arbeitsortes, der Arbeitszeit und der unterrichteten Schüler „sei er nicht wie ein typischer Selbständiger frei gewesen“.
mehr...


Bündnis Bildungszeit berichtet über positive Erfahrungen mit der Bildungszeit in Baden-Württemberg

(30.06.2016) Seit einem Jahr gibt es in Baden-Württemberg das Bildungszeitgesetz. Die stellvertretende DGB-Landesvorsitzende Gabriele Frenzer-Wolf zieht eine positive Bilanz. „Die ersten Erfahrungen sind sehr ermutigend. Es zeigt sich, dass es eine starke Nachfrage nach Seminaren zur beruflichen und politischen Weiterbildung gibt. Und auch die Qualifizierung für Ehrenämter, die ja erst seit dem 1. Januar 2016 möglich ist, läuft gut an,“ so Frenzer-Wolf.

Doch nicht alle Arbeitgeber haben bisher ihren Frieden mit dem Gesetz gemacht. Dass Beschäftigte selbstbestimmt entscheiden, was und wann sie etwas lernen wollen, passt halt nicht in ihr Weltbild. Nach Frenzer-Wolf komme es immer wieder vor, dass „Anträge von Beschäftigten abgelehnt werden – zumeist aus fadenscheinigen Gründen.“

Auch der Ruf nach einer Rücknahme des Gesetzes will nicht verstummen. Der Rektor des Volkshochschulverbandes, Dr. Hermann Huba, fordert mehr „Ruhe und Vernunft“. Die beschlossene Evaluation in vier Jahr wird gestört, notwendige Daten für eine Evaluation werden aber gar nicht erhoben. „Statt dessen spekuliert man über angeblich katastrophische Auswirkungen. Das ist nicht vernünftig: Bevor man eine Wirkung untersuchen und bewerten kann, muss man sie eintreten lassen.“ Und das in Zeiten, in denen landauf, landab nach mehr Weiterbildung gerufen wird. So ernst meinen es denn einige Herren mit der Weiterbildung wohl nicht. Sieht man von wohlfeilen Sonntagsreden einmal ab.
mehr...


Anforderungskatalog an die qualitative Gestaltung von Sprach- und Integrationskursen für Geflüchtete

(27.06.2016) Ohne Sprachkurse wird die Integration von Geflüchteten in den Arbeitsmarkt nicht gelingen. Der Ruf nach mehr Sprachkursen ist deutlich zu vernehmen. Doch die Qualität der angebotenen Sprachkurse könnte dabei auf der Strecke bleiben. Von den Arbeitsbedingungen der betroffenen Lehrkräfte wird auch nicht geredet.

Bei den vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) angebotenen Deutschkursen deutet sich langsam eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der beschäftigten Dozent_innen an. Allerdings wird das BAMF nur einen Teil der notwendigen Deutschkurse veranstalten. Neben diesen Kursen entwickelt sich anhand weiterer Fördertöpfe von Seiten der Bundesländer ein neuer, völlig ungeregelter Markt. Es gibt keine wirklichen Qualitätsanforderungen wie bei den BAMF-Kursen. Es gibt keine Regelungen für die Bezahlung der eingesetzten Lehrkräfte. Stundensätze von unter 20 Euro die Unterrichtseinheit sind in diesem Bereich keine Seltenheit.

Die AG Weiterbildung Niedersachsen im Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung von ver.di hat ein Anforderungspapier für Deutschkurse entwickelt, das für sämtliche geförderten Kurse gelten soll. Die genannten „Anforderungen beziehen sich auf die in Niedersachsen durch die Agentur für Erwachsenen- und Weiterbildung (AEEB) geförderten sogenannten AEWB-Sprachkurse, auf die vom Bundesamt für Migration (BAMF) geförderten Integrations- und Alphabetisierungskurse sowie auf alle weiteren ggf. noch durch andere Stellen und/oder (Förder-)Richtlinien geförderten Sprachkurse.“
mehr...


„Einstieg Deutsch“

(27.06.2016) Jährlich 19 Millionen zusätzlich für den Spracherwerb für Geflüchtete aus dem Bundesbildungsministerium. Hört sich erst mal gut an. Bis zu 45.000 Geflüchteten soll damit der „schnelle Spracherwerb“ möglich gemacht werden. Umgerechnet sind das ca. 420 Euro je geförderter Teilnahme. Was soll denn mit diesem Mini-Etat erreicht werden?

„Die Lernangebote erstrecken sich über vier bis acht Wochen. Teilnehmende können zum Abschluss ein A1-Zertifikat erwerben, das die DVV-Tochtergesellschaft telc gGmbH eigens für diese Spracheinsteiger entwickelt hat.“ Aber was passiert dann? Wer einen Integrationskurs besucht, hat danach die Möglichkeit, die Prüfung nach der Stufe A 2 oder B 1 zu machen. Wer B 1 nicht besteht, bekommt zusätzlich 300 Unterrichtstunden, um die Prüfung zu wiederholen. Ohne die nach B 1 erreichten Deutschkenntnisse ist an eine berufliche Integration nicht zu denken. Leider sagt die Ministerin nicht, wie es denn nach dem A 1 Schein weitergehen soll. Bleibt zu hoffen, dass die schönen, neuen Kurse nicht in einer Sackgasse enden.
mehr...


Forderungen zum Mindestlohn in der Weiterbildung diskutieren

(24.06.2016) Am 31. Dezember läuft der aktuelle Mindestlohn in der SGB II/SGB III geförderten Weiterbildung aus. Damit nach diesem Termin mindestens nach dem Mindestlohngesetz gezahlt wird, muss bis dahin ein neuer Tarifabschluss erzielt und wiederum für Allgemeinverbindlich erklärt werden.

Die Bundestarifkommission wird am 5. Oktober die Forderungen für dann beginnenden Tarifverhandlungen beschließen. Bis dahin sind alle aufgefordert, ihre Positionen in einer Mitgliederdiskussion in den betroffenen Unternehmen zu führen.
mehr...